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    Chi – die Lebenskraft des Seins

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    Chi oder auch Qi ist der zentrale Begriff der chinesischen Philosophie, Wissenschaften und Künste. Chi bedeutet Einheit, bezeichnet gleichzeitig eine Energie und wird mit mystischen Worten auch „Atem des Dao“ genannt.

    Alle alten Kulturen kennen eine dem Chi entsprechende Energie: In Indien wird sie Prana genannt, in Japan Ki, die abendländischen Überlieferungen hingegen sprechen von Geist. Wer die Wissenschaften der alten Hochkulturen studieren und verstehen will, beispielsweise die Traditionelle Chinesische Medizin, Feng Shui, Ba Zi oder die Zeitberechnung, muss lernen, den Fluss und den Wandel dieser Energie zu beobachten und ihre Wirkung auf den Menschen und auf die Umwelt zu analysieren.

    Für Menschen der westlichen Hemisphäre ist es nicht einfach, sich Vorstellungen von der universellen Kraft Chi zu machen. Unser auf materielle Dinge reduziertes Weltbild erkennt nur die derzeit physikalisch beschreib- und erklärbaren Energieformen an, feinstoffliche Energieformen hingegen werden in ihrer Existenz geleugnet.

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    Um sich dem Chi-Begriff der chinesischen Philosophie möglichst gut nähern zu können, werden im folgenden einzelne Facetten dieser Kraft beschrieben und eine bildhafte Sprache benutzt. Es ist aber sehr wichtig zu verstehen, dass Chi mehr ist als die Summe aller Einzelbilder.

    Nach der daoistischen Auffassung ist Chi die das gesamte Universum durchdringende und alles begleitende Energie. Gleichzeitig ist auch alles, was existiert, eine Manifestierung des Chi. Ohne Chi gäbe es also weder Schöpfung noch Wandel.

    Im Einzelnen hat der Begriff Chi mehr als 30 Bedeutungen, unter anderen sind es Atem, Luft, Gas, Wetter sowie Temperament, Kraft, Lebensenergie, Atmosphäre usw.. Jedes Leben und jeder Organismus, jedes materielle Objekt, alle Naturereignisse und Erscheinungen sind demnach Ausdruck dieser Energie und seiner Wandlung.

    Aus der Sicht der daoistischen Philosophie ist alles, was uns umgibt und darüber hinaus alles, was überhaupt existiert, miteinander verbunden, von einander abhängig und zyklischen Wandlungsphasen wie Geburt / Entstehung, Wachstum, Verfall und Tod unterworfen. Der Daoismus erforscht und beschreibt die Gesetzmäßigkeiten von Verbundenheit und Zyklizität, deren tiefster Ursprung das alles durchdringende Chi ist. Insofern ist das Chi also maßgeblich verantwortlich nicht nur für Gelingen und Versagen, sondern für Leben und Tod im ganzen Universum und somit überragender Wichtigkeit.

    In der westlichen Denkweise entspricht die Seele dem individuellen Chi eines Menschen. Verlässt die Seele den Körper, bzw. das belebende Chi, ist dies gleichbedeutend mit dem Tod. Die moderne Medizin und Psychologie begreift langsam die Wechselwirkungen zwischen psychischer Ausgeglichenheit und körperlicher Gesundheit, bzw. man lernt, seelischen Stress als psychosomatische Ursachen für körperliche Symptome zu akzeptieren. Vom umfassenden Wissen der alten Chinesen in Bezug auf die Chi-Kraft, auf Zustände des Chi-Mangels, auf Chi-Wandlungen und Blockaden im Chi-Fluss sowie auf mögliche Therapien sind wir jedoch noch weit entfernt.

    Das daoistische Wissen über die Chi-Kraft liegt beispielsweise der Akupunktur als Technik der Traditionellen Chinesischen Medizin zugrunde. Gesundheit ist gleichbedeutend mit einem freien Fluss des Chi durch die Meridiane, die Energie-Leitbahnen des menschlichen Körpers. Blockaden und Ungleichgewichte im Chi-Fluss gelten als Ursachen für Unwohlsein und Krankheiten und können durch die Einwirkung auf bestimmte Akupunkturpunkte wieder harmonisiert werden. Diese Art der Betrachtung des menschlichen Körpers und der Therapieansatz sind völlig anders als in der westlichen Medizin, nichtsdestotrotz hat auch die moderne Wissenschaft im Rahmen von Studien die Wirksamkeit der Akupunktur bestätigen müssen. Gesundheit betrifft aus daoistischer Sicht immer den ganzen Menschen und nicht nur ein einzelnes Körperteil und ist eine Frage des Gleichgewichtes und der Harmonie des Chi-Flusses.

    Die Prinzipien der Akupunktur auf die Umgebung außerhalb des Körpers, auf den Wohnraum, auf die Stadt oder die Landschaft übertragen, finden Anwendung im Feng Shui. Auch bei dieser traditionellen Wissenschaft geht es um die Harmonisierung des Chi-Flusses zugunsten der Bewohner.

    Laut daoistischer Philosophie kann Chi verschiedene Qualitäten aufweisen. Um diese Qualitäten anschaulich zu machen, wurde sie den Zuständen Yin und Yang bzw. den fünf Elementen zugeordnet. Näheres hierzu in den entsprechenden Kapiteln.

     

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    Fasziniert und überzeugt von der Anwendung der Chinesischen Metaphysik. Schwerpunkte: Berechnung der günstigen Zeit, Ba Zi, Qi Men Dun Jia

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